Frenster    Introvisions-Coaching

Ziel der Introvision


Die Introvision hilft innere Konflikte aufzulösen und Gelassenheit in Bezug auf eine schwierige Situation herzustellen. Sie verhilft zu mehr Souveränität und Selbstverwirklichung.



Was sind innere Konflikte?


Innere Konflikte sind alle Zustände, die mit einem Gefühl von Dringlichkeit und Bedrängnis, mit ewig kreisende Gedanken und  „Einem Brett vorm Kopf" einhergehen. Das kann bis zu einem Tunnelblick und Panikattacken führen, z.B. bei Flug-, Rede-, Höhen- und Prüfungsangst. Andere Formen der inneren Konflikte zeigen sich in zwischenmenschlichen Beziehungen und in Bezug auf traumatische Erlebnisse. Die inneren Konflikte führen dazu, dass der Arbeitsspeicher belegt wird und dadurch die kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt werden. Sie führen zu einer Realitätsverzerrung und einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, oft auch zur Hemmung, die wichtigen Dinge rechtzeitig zu tun oder zu Blockaden der eigenen Fähigkeiten.

Ein innerer Konflikt zeigt sich in Situationen, in denen sich der Gedanke aufdrängt, dass etwas nicht so laufen wird, wie man es sich wünscht oder wie es eigentlich realistisch wäre. Auch wenn der Gedanke an das Schlimme, was passieren könnte, oftmals jeder realistischen Grundlage entbehrt, lassen sich diese Gedanken nicht einfach wegwischen und sind oftmals mit starken Emotionen (meist Stress) verbunden. Diese Emotionen können so stark belasten, dass man in der konkreten Situation nicht über seine volle Kapazität verfügt und z.B. bei Prüfungen, Reden oder Verhandlungen, und in komplizierten zwischenmenschlichen Situationen die nötige Ruhe und Souveränität verliert.



Warum gibt es innere Konflikte?  

    

Den inneren Konflikten liegen zwei Gedanken zu Grunde:

  1. Der oft subtile und unbewusste Gedanke oder ein unbestimmtes Gefühl, dass in einer Situation etwas Schlimmes passieren wird. 
  2. und einem inneren Imperativ (Selbstbefehl ), dass dies nicht passieren darf.                                                          Z.B.: "Ich darf nicht versagen!" oder "Ich muss respektiert werden!"

Beide Gedanken sind mit starken Emotionen, körperlichen Empfindungen, Bildern oder Tönen (Tinitus) behaftet. In den meisten Fällen sind die starken Reaktionen lediglich an eine Situation auf grund einer Ähnlichkeit zu früheren Erlebnissen angekoppelt. Durch dieses Dilemma (es wird etwas passieren <-> das darf nicht sein) kommt es zu kreisenden Gedanken und immer stärkeren Reaktionen. Meistens wird dann versucht, den befürchteten Konflikt zu vermeiden.



Warum tauchen diese Konflikte immer wieder als automatische Reaktionen auf?


Durch ihre hohe Wertigkeit werden die Imperative (starke Reaktionen/Emotionen) schon bei kleinster Ähnlichkeit einer aktuellen oder gedachten Situation zu der Situation, in der die Imperative entstanden sind, aktiviert. Das Limbische System, das hierfür zuständig ist, will eigentlich nur vor einer möglichen "Gefahr" warnen, obwohl in den meisten Fällen objektiv keine Gefahr besteht. Dieses Warnen geht mit den oben beschriebenen angekoppelten starken Reaktionen einher. D.h. wir fühlen körperlich, emotional, psychisch und mental den "Gefahrenzustand". Die automatischen Reaktionen sind vor- und unbewusst und lassen sich nicht einfach "beiseiteschieben" oder "entwarnen".



Wie lösen wir die inneren Konflikte durch Introvision auf?


Introvision heißt "Hineinschauen. Anstatt einen Konflikt und die damit einhergehenden unangenehmen Reaktionen zu bewältigen oder zu verdrängen, schauen wir in der Introvision dem angekoppelten "Schlimmen ins Auge". Durch eine weite Wahrnehmung, die der Achtsamkeitsübung im Zenbuddhismus ähnelt, wird durch eine konstatierende, passive innere Haltung die unangenehme Reaktion aufgelöst. Durch Übung lässt sich auf diese Weise eine Gelassenheit herstellen, die in einem Flow-Erleben münden kann.

Das Auflösen des Imperatives, der dem Konflikt immer zugrunde liegt, ist der zweite, wesentliche Bestandteil der Introvision. Dies geschieht durch die Umformulierung in einen Konjunktiv, d.h. es wird die Möglichkeit, dass etwas Schlimmes passiert könnte, akzeptiert. "Es kann sein, dass ich versage." oder "Es kann sein, dass ich nicht respektiert werde."


Auf diese Weise wird der befürchteten Situation der Schrecken genommen: es kann sein, was nicht sein durfte.

  • Die kreisenden Gedanken hören auf,
  • der Arbeitsspeicher wird wieder frei, sodass wieder über die volle mentale Kapazität verfügt werden kann,
  • der Körper entspannt sich,
  • die Emotionen beruhigen sich,
  • man wird wieder souverän, gelassen und handlungsfähig.



Ablauf einer Introvisionsberatung:


Die Introvisionsberatung beginnt mit einer Trainingseinheit, in der erstens die Hintergründe der Konfliktentstehung vermittelt und zweitens die weit gestellte Aufmerksamkeit mit konstantem Fokus trainiert wird. Danach folgt die individuelle Beratung mit dem konkreten Konflikt, die mehrere Sitzungen benötigen kann. Im Laufe dieser Sitzungen werden immer tiefere Imperative (Sollvorstellungen) identifiziert, bis ein sogenannter Kernimperativ erkannt wird. Kernimperative sind grundlegender Natur und lassen sich vom Klienten selbständig durch die Introvision auflösen. Dies kann sehr schnell gehen oder auch bis zu zehn Sitzungen beanspruchen. Manche Klienten erfahren schon große Erleichterung, wenn recht oberflächliche Imperative aufgelöst werden können.

In der Introvisionsberatung werden nicht alte traumatische Erlebnisse aktiviert, sondern nur die Begleitemotionen angeschaut. Das Erforschen der Imperative geschieht durch ein Auflösen des erkannten Imperatives. Dies macht es für den Klienten oft sehr leicht, schwere Konflikte aufzulösen.




Die theoretischen Grundlagen der Introvision 

Angelika C. Wagner (Universität Hamburg) hat sich in mehr als 25 Forschungsprojekten und Studien seit über 30 Jahren mit diesen Problemen beschäftigt. In zwei neuen psychologischen Theorien erklärt sie wie es zu diesen Konflikten kommt und wie man dieses Wissen nutzt um sie nachhaltig aufzulösen.

Angelika C. Wagner (2007),Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte: Mentale Selbstregulation und Introvision. Stuttgart: Kohlhammer .

Kurzartikel von Angelika C.  Wagner klick hier